Steckbrief: Melisa Pervić – Srebrović

Vor- und Nachname:
Melisa Pervić-Srebrović

Wohnort in Bosnien und Herzegowina:
Sarajevo/Ključ

Fach- oder Klassenlehrer:
Klassenlehrerin

Welche Klassen unterrichten Sie in der Bosnischen Schule:
Vorschule – 9. Klasse

Seit wann sind Sie in der Bosnischen Schule beschäftigt:
Juni 2025.

Warum haben Sie sich entschieden, Lehrerin zu werden?

Lehrerin zu sein ist für mich mehr als nur ein Beruf. Es ist eine Berufung, die Wunder bewirken kann. Ich glaube fest daran, dass das Einzige, was uns wirklich gehört und was uns niemand wegnehmen kann, das Wissen ist.  Als Lehrerin möchte ich Kinder motivieren und ermutigen, ihr Potenzial zu entfalten, damit sie erkennen, wie wertvoll es ist, Wissen auf verschiedene Weise zu erlangen.

Was gefällt Ihnen an der Bosnischen Schule München?

Das Konzept der gemischten Gruppe hat mich begeistert, da es zahlreiche Vorteile bietet. Zunächst ermöglicht es eine kreative Gestaltung des Unterrichts, was das Lernen dynamischer und interessanter macht. Kinder lernen voneinander wie in der Familie von Geschwistern. In einer solchen Umgebung haben die Kinder die Möglichkeit, ihr Vorwissen miteinander zu teilen, was nicht nur den Lernprozess erleichtert, sondern auch dazu beiträgt, Gemeinschaft und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Ich bin auch der Meinung, dass der Unterricht an der Bosnische Schule eine wichtige Rolle bei der Identität und dem Verständnis des Selbstbildes spielt. Der Unterricht in der bosnischen Sprache ermöglicht es uns, das zu sein, was wir sind, da durch die Interaktion ein Zugehörigkeitsgefühl entsteht.

Wie sollen die Eltern ihre Kinder motivieren, Zuhause Bosnisch zu sprechen? Was würden Sie den Eltern empfehlen?

Es ist aus mehreren Gründen wichtig, dass Kinder zu Hause ihre Muttersprache sprechen. Das bedeutet nicht nur die sprachliche und kognitive Entwicklung der Kinder fördern, sondern auch ihre emotionale und kulturelle Identität stärken. Die beste Möglichkeit ist Bosnisch im Alltag zu integrieren. Damit Kinder dabei nicht durcheinanderkommen, es ist sinnvoll die Sprache an Aktivitäten zu koppeln, z. B.  Deutsch beim Sport, Bosnisch beim Essen. Sehr wichtig für Kinder ist dabei Spaß zu haben und spielerisch zu lernen. Reime und Musik machen Spaß, sind leicht zu merken und können helfen, das Sprachgefühl zu entwickeln. Gemeinsames Singen ist also eine gute Idee. Persönliche Treffen sind von großer Bedeutung, da sie den Sprachaustausch fördern.

Die Bildordnungsspiele sind auch eine gute Wahl. Sie helfen Kindern neue Wörter visuell zu verankern, denn unser Gehirn denkt lieber in Bildern als alles andere. Das Vorlesen und Lesen als Lernmethoden sollten nicht unterschätzt werden. Bücher, Geschichten und Gedichte ermöglichen uns einen Zugang zu unserer Kultur und fördern das Verständnis für kulturelle Kontexte. Das Erlernen einer Sprache erfordert Zeit und Geduld. Das Durchhaltevermögen ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Kinder zu Hause nicht Bosnisch sprechen, besteht die Gefahr, dass sie diese Sprache im Laufe der Zeit verlieren oder nur sehr eingeschränkt beherrschen.